Benching, Breadcrumbing und Co.: Das kleine Dating-Lexikon

Benching, Breadcrumbing und Co.: Das kleine Dating-Lexikon

Benching klingt nach Fitnessstudio, Breadcrumbing nach Bäckerei - tatsächlich beschreiben beide, was dir gerade im Chat passieren könnte. Wer heute datet, stolpert ständig über neue Dating-Begriffe, und nicht alle davon sind harmlos. Dieses kleine Lexikon erklärt die wichtigsten, damit du Muster erkennst, bevor sie an deinen Nerven zehren.

Warum Dating heute sein eigenes Vokabular hat

Früher hieß es schlicht: „Er meldet sich nicht mehr." Heute gibt es für jede Variante des Sich-nicht-Meldens ein eigenes Wort. Der Grund sind die Apps: Wenn Millionen Menschen gleichzeitig swipen, wiederholen sich Verhaltensmuster so oft, dass daraus feste Dating-Begriffe werden. Das ist praktischer, als es klingt - ein benanntes Muster erkennst du schneller und nimmst es weniger persönlich. Wörter aus der unverbindlichen Ecke wie Situationship oder Freundschaft Plus haben übrigens ihr eigenes Casual-Lexikon.

Hinhalte-Taktiken: Benching, Breadcrumbing, Orbiting

Benching heißt: Du sitzt auf der Ersatzbank. Alle paar Tage kommt eine Nachricht, ein Date kommt nie zustande. Breadcrumbing funktioniert ähnlich, nur sparsamer - ein Like hier, ein „Na, wie läuft's?" da, gerade genug Krümel, damit du nicht gehst. Orbiting beginnt, wenn der Kontakt eigentlich vorbei ist: Die Person schreibt nicht mehr, schaut aber zuverlässig jede deiner Storys. Härtere Muster wie Ghosting und Love Bombing haben wir im Artikel über Red Flags beim Online-Dating genauer beschrieben.

Saisonale Trends: Cuffing Season und Co.

Sobald es draußen kalt wird, beginnt die Cuffing Season: Plötzlich suchen auffällig viele eine feste Bindung - Hauptsache, jemand für Sofa, Serienabend und Weihnachtsfeier. Im Frühling lösen sich manche dieser Beziehungen dann so schnell auf wie der letzte Schnee, das nennt sich Snowmanning. Böse Absicht steckt selten dahinter, eher Bequemlichkeit. Trotzdem: Wenn jemand im November erstaunlich schnell kuscheln will, darfst du ruhig fragen, wie der Plan für April aussieht.

Neue Ernsthaftigkeit: Slow Dating und Intentional Dating

Als Gegenbewegung zum Dauerswipen setzen viele auf Slow Dating: weniger Matches, dafür echte Gespräche und Treffen ohne Zeitdruck. Intentional Dating geht noch einen Schritt weiter - du überlegst dir vorher, was du eigentlich suchst, und sagst es auch offen. Das klingt erst einmal unromantisch, spart dir aber Monate mit Menschen, die etwas völlig anderes wollen. Beide Trends zeigen: Die Lust auf Verbindlichkeit ist zurück, nur eben ohne Torschlusspanik.

Was tun, wenn dir eins davon gerade passiert

Erst benennen, dann handeln. Wenn du seit Wochen auf der Ersatzbank sitzt oder von Krümeln lebst, frag einmal direkt nach: „Hast du Lust auf ein richtiges Treffen, ja oder nein?" Eine klare Antwort verdient jeder Mensch. Kommt wieder nur Ausweichen, ist genau das deine Antwort. Investiere deine Zeit dort, wo etwas zurückkommt - dein Wert hängt nicht davon ab, wie schnell jemand zurückschreibt.

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