Wer neu in der Szene ist, stolpert schnell über ein halbes Dutzend Begriffe, die alle irgendwie verwandt klingen. Am häufigsten taucht dabei die Frage nach dem Unterschied zwischen Crossdresser und Transvestit auf - dicht gefolgt von der Verwirrung um Drag, Travestie und Transgender. Dieses kleine Lexikon sortiert die Wörter, damit du beim nächsten Chat genau weißt, wovon die Rede ist.
Warum die Begriffe so oft verwechselt werden
Kein Wunder, dass hier Chaos herrscht: Filme, Talkshows und Boulevardpresse haben jahrzehntelang alles in einen Topf geworfen. Dazu kommt, dass sich die Sprache der Szene ständig weiterentwickelt - was in den Neunzigern völlig normal klang, wirkt heute schnell schräg. Und weil viele Crossdresser ihre Seite diskret leben, fehlen im Alltag schlicht die Gespräche, in denen man solche Begriffe nebenbei lernen würde.
Crossdresser und Transvestit: Der Unterschied
Die Überraschung vorweg: Inhaltlich meinen beide Wörter dasselbe - Menschen, die Kleidung tragen, die gesellschaftlich dem anderen Geschlecht zugeordnet wird. Der Unterschied zwischen Crossdresser und Transvestit liegt vor allem im Klang. „Transvestit“ stammt aus der Medizin des frühen 20. Jahrhunderts und klingt für viele heute nach Diagnose. „Crossdresser“ ist die modernere Selbstbezeichnung, neutral und ohne Beigeschmack. Im Zweifel liegst du damit also richtig. Wie der Einstieg praktisch aussieht, liest du in Crossdressing für Anfänger.
Drag, Travestie und Bühne
Drag Queens und Drag Kings machen Show: grelle Kostüme, große Perücken, Überzeichnung als Kunstform. Travestie ist das klassische Bühnenfach dazu, von Kabarett bis Revue. Der entscheidende Punkt: Nach dem Auftritt wandert das Kostüm in den Koffer. Crossdressing dagegen findet meist privat statt und braucht kein Publikum - es geht ums eigene Gefühl, nicht um Applaus.
Transgender: Wo die Grenze verläuft
Hier verläuft die wichtigste Trennlinie. Transgender-Personen identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde - Kleidung ist da nur ein kleiner Teil eines viel größeren Themas. Ein Crossdresser hingegen fühlt sich mit seinem Geschlecht in der Regel wohl und will daran nichts ändern. Crossdressing ist keine Vorstufe zur Transition, und über die Orientierung sagt es ebenfalls nichts aus: Die meisten Crossdresser sind heterosexuell, viele leben in festen Beziehungen. Mehr dazu in Ist Crossdressing normal?.
Admirer und andere Begriffe aus Profilen
In Dating-Profilen begegnen dir noch ein paar Spezialvokabeln. „Admirer“ sind Menschen, die Crossdresser attraktiv finden und gezielt kennenlernen möchten. „En femme“ heißt schlicht: in weiblicher Kleidung unterwegs. „Passing“ bedeutet, dass du als das Geschlecht wahrgenommen wirst, das du gerade darstellst. Und „Tgirl“ liest du oft als lockeren Sammelbegriff, der aber nicht jedem gefällt - frag im Zweifel einfach nach, wie dein Gegenüber genannt werden möchte. Damit bist du fürs erste Gespräch bestens sortiert.