Wer zum ersten Mal auf einer Curvy-Dating-Plattform landet, steht schnell vor einem Buchstabensalat: BBW, SSBBW, FA, BHM. Was bedeutet BBW, und ist das nun ein Kompliment oder eher nicht? Genau dafür gibt es dieses kleine Lexikon - damit du beim nächsten Profiltext weißt, was gemeint ist und wie du dich selbst nennen möchtest.
Warum die Szene eigene Begriffe hat
Kurze Antwort: weil die Alltagssprache lange nur zwei Register kannte - medizinisch-nüchtern oder verletzend. Zwischen „übergewichtig“ und Schulhof-Spott war wenig Platz für Wörter, mit denen sich jemand gern selbst beschreibt. Also hat die Community eigene Begriffe geprägt oder aus dem Englischen übernommen. Sie funktionieren wie ein Erkennungszeichen: Wer sie benutzt, signalisiert, dass Kurven hier kein Problem sind, sondern der Grund, warum man sich überhaupt anschreibt.
BBW und SSBBW: Was dahintersteckt
Was bedeutet BBW nun konkret? Die drei Buchstaben stehen für „Big Beautiful Woman“, also wörtlich eine große, schöne Frau. Der Begriff kommt aus den USA und war als bewusst wertschätzende Alternative zu klinischen Vokabeln gedacht. SSBBW setzt ein „Super Size“ davor und meint Frauen mit deutlich mehr Gewicht. Beide Kürzel sind in der Szene etabliert, klingen für Außenstehende aber schnell nach Kategorie statt nach Person. Das männliche Gegenstück heißt übrigens BHM, „Big Handsome Man“.
FA und Admirer: Die Fans der Kurven
FA steht für „Fat Admirer“ - Menschen, die kurvige Partnerinnen oder Partner nicht trotz, sondern wegen ihrer Figur attraktiv finden. Klingt erst einmal charmant, hat aber einen Haken: Für manche ist die Figur ein Merkmal unter vielen, für andere das einzige. Wenn im Chat von Anfang an nur dein Körper Thema ist, sagt das mehr über dein Gegenüber aus als über dich. Wie du solche Muster früh erkennst, liest du im Ratgeber zu Red Flags beim Online-Dating.
Curvy, Plus Size, mollig: Feine Unterschiede
Im Deutschen kursieren mehrere Wörter, die ähnlich klingen und doch anders wirken. „Curvy“ stammt aus der Mode und gilt als das freundlichste der drei - selbstbewusst und ohne Zahlencode. „Plus Size“ ist ebenfalls Modesprache, klingt aber nach Konfektionsgröße und Umkleidekabine. „Mollig“ wiederum ist der Klassiker aus alten Kontaktanzeigen: nett gemeint, für viele aber zu verniedlichend. Faustregel: Curvy sagt „so bin ich“, mollig sagt „so nennt mich meine Tante“.
So bezeichnest du dich selbst im Profil
Die ehrlichste Regel: Nimm das Wort, das sich für dich gut anfühlt, nicht das mit den meisten Suchtreffern. Viele schreiben schlicht „curvy“ ins Profil und lassen die Fotos den Rest erzählen - passende Tipps dazu findest du unter Profilfotos für kurvige Singles. Kürzel wie BBW kannst du nutzen, musst du aber nicht. Und wer erst eine Erklärung deiner Körpermaße verlangt, bevor er „Hallo“ schreibt, hat deinen Profiltext ohnehin nicht verdient.